Keramikskulpturen und Basaltlavakreuze
in der Rhein-Eifel
Handwerkskunst erinnert
an
römisch-gallische Mischkultur
im Vinxtbachtal
von Karl Heinz Kurth, Königsfeld
Angeknüpft an die Tradition der alten Steinkreuze im Vinxtbachtal entstand in der Töpferei Anja und Roland Lirk von Becker in Königsfeld die Idee, weitere Kunstwerke an markanten Punkten entlang der Vinxtnbachroute (Route V) im Rahmen des Vulkanparkprojekts Brohltal- Laacher See aufstellen zu lassen. Die Verbandsgemeinde Brohltal hat dieses Projekt geplant und finanziert. Diese ca. 9 Kilometer lange Vinxtbach Wanderroute beginnt am Bürgerhaus in Königsfeld. Zunächst führt der erste Teil der Route hinauf zum Waldgut Schirmau, wobei immer wieder herrliche Fernblicke in das Vinxtbachtal, Rheintal und Laacher Vulkangebiet möglich sind. Der Rückweg verläuft hinunter nach Schalkenbach und oberhalb des Vinxtbaches zurück zum Ausgangspunkt. Neben der Kernroute V gibt es noch die Dedenbachroute (D) sowie die Schalkenbachroute (S).
Auf der Hauptroute V sind am Anfang und vor Ende der Route jeweils vier Skulpturen zu sehen. Die Kurzroute, die acht Objekte und mehrere Lava-Balsalt-Steinkreuze beinhaltet, ist etwa drei Kilometer lang.
Wenn ich mich jetzt mit dem Thema Handwerk und Kunst in der Geschichte beschäftige, muss ich feststellen, dass ein Bildhauer nicht nur vom technischen Standpunkt her ein Kunstschaffender ist, sondern zugleich soziologisch gesehen ein Handwerker. Im Prinzip war den Griechen nichts fremder als die Kunst um ihrer selbst Willen. Auch Steinmetze und Kreuzmacher waren Handwerker, so sind auch unsere Töpferin Anja von Becker und ihr Mann Roland Lirk nicht nur Handwerker, sondern auch Künstler. Nicht nur die Skulpturen entstammen ihrer Töpferei, nahe der Königsfelder Kirche steht ein Keramikbrunnen, auf dem der Bassenheimer Reiter, die Königsfelder Kirmes vor mehr als 600 Jahren sowie die Wappen der Gemeinde und der Bürgermeisterei abgebildet sind.

Keramikbrunnen
Eine Wanderung durch die Geschichte
Am Bürgerhaus Königsfeld, an dem die Vinxtbachtalroute beginnt, sind Parkmöglichkeiten für Wanderer vorhanden. Auch eine Karte der gesamten Vinxtbachtalroute ist hier zu finden. Die Wegstrecke, ein Gang durch die Geschichte, folgt rechts bis zum Ortseingang der L 83, danach geht es durch den alten Kern der ehemaligen Stadt Königsfeld (Stadtrechte 1336), deren Modell um 1700 im Glockenturm der St. Nikolauskirche zu besichtigen ist.
Die spätromanische Basilika wurde im Jahre 1912 durch einen quer zur Achse nach Norden gerichteten Erweiterungsbau erheblich vergrößert. Sie verfügt über einen stattlichen Westturm mit welscher Haube und achtseitiger Laterne. Im Innern befindet sich die älteste Madonna des Kreises Ahrweiler aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Um die Kirche sind mehrere Steinkreuze aufgestellt. Wenn man vom Haupteingang der Kirche die Treppe hinunter geht, schaut man auf den alten Zehnthof. Dieser Straße weiter abwärts folgend, passiert man eine Abbildung von Königsfeld um 1832. Nachdem man der Hauptstraße bis zur Kreuzung folgt, führt der Weg links die Sinziger Straße herauf bis zur Maternuskapelle aus dem Jahre 1864, die in unmittelbarer Nähe einer 1824 abgebrochenen Wallfahrtskapelle aus dem Urdevon Gestein des Steinbruchs errichtet wurde.
Die Route orientiert sich alsdann zurück entlang der L86 ab der Kreuzung über den Bürgersteig in Richtung Schalkenbach bis gegenüber des dortigen Bushaltehäuschens. Beim Überqueren der Straße schauen wir auf ein Steinkreuz aus dem Jahre 1646 mit sehr flacher, quadratischer Nische, am Kreuz ein Kruzifix mit drei knieenden Engeln. Es ist eins von den sieben Kreuzen, an denen früher, wenn jemand gestorben war, die sieben Fußfälle von den älteren Mädchen des Ortes gebetet wurden. Fünf Meter weiter links geht es weiter, einem kleinen Fußweg folgend bis zum Bach.
Die Wegstrecke führt weiter über eine kleine Brücke des Vinxtbaches, an dessen Mündung in den Rhein im Jahre 1810 zwei römische Altäre entdeckt wurden; diese belegen, dass unter Domitian (81 - 96 n.Chr.) hier die Provinzgrenze, d.h. die Grenze zwischen den Provinzen Ober- und Niedergermanien, eingerichtet wurde. Rechts den Weg weitergehend gelangen wir an die Viehtränke.
Die vorhandene Wasserstelle wurde nicht nur als Viehtränke genutzt; in unmittelbarer Nähe wurde ein Teich angelegt, der mit Natursteinen und Wasserpflanzen gerahmt ist. Durch einen steinernen Bachlauf wird das Wasser in ein Becken geleitet, aus dem die Kühe saufen. Um diesen Teich herum sind 4 keramische Arbeiten errichtet worden, die das Thema Wasser und Himmel aufgreifen. Welche Bedeutung Himmel und Wasser bei den Germanen und Kelten hatten, geht aus einem Satz des Buches "Geschichte und Kultur der Römischen Rheinlande" hervor. Neben den Gottheiten des Himmels und des Wassers hielten auch die römischen Gottheiten bei den rheinischen Völkern Einzug, die diese aus freien Stücken aufnahmen. Inspiriert durch das 24000 Jahre währende Sonnenjahr, das sich zur Zeit der Entsehung der Objekte im Jahre 2000 im Wechsel vom Fischzeitalter zum Zeitalter des Wassermannes Aquarius befand, schufen die Künstler folgende Skulpturen: Auf einer Keramiksäule vor dem Teich erhebt sich eine Mondsichel, ein Symbol für die Fruchtbarkeit (ein Hinweis darauf, dass nach Neumond alles wächst). Die Paddelsymbole auf der Skulptur weisen andererseits auf die Bootscharakteristik in der Form hin, dass sie an eine Barke erinnern, die den Menschen einst vom Diesseits ins Jenseits brachte. Wenn der Blick über die Wasserstelle hinweggeht, erblickt man rechts am Rand eine ausdrucksvolle Schale, gefertigt von der Keramikerin Maria Gehrling aus Aachen. Bei näherer Betrachtung sind konzentrische Ringe zu erkennen, die auf die Lehre von Ursache und Wirkung hinweisen wollen. Ein Stein ins Wasser geworfen ergibt ein ähnliches Bild. Eingeschmolzenes Glas ähnelt der Kristallisationsform des Eises und deutet auf die Umwandlung hin.

Mond
Wenn wir uns nun die Stehle anschauen, die links neben dem Weidezaun steht, so fällt der Blick auf die keltische Kreuzform der Eichenbalken. auf der die Fischschale auf den Wechsel vom Zeitalter des Fisches in das des Wassermanns hinweist. Die mittlere Säule weist in Formsprache, Material und Gestaltungsvielfalt des eckig - runden auf das Gegen - und Miteinander des Weiblich-Männlichen in vier Objekten hin. Die Weltkugel von Gaby Heissdach aus Namedy spielt auf den nicht sichtbaren Neumond an. Die Farb- und Materialharmonie von glasiertem Ton sowie den Eichenbalken erinnern uns an die Römer, die mit verschiedenen Materialien ihren Skulpturen eine aussagefähige Symbolik verliehen.
Sagenhafte Kreuze und die Tafelrunde
Links ab führt uns dann der Weg zum sogenannten "Russenkreuz", ein Kelch-Engelskreuz, das an die Geschichte der Befreiungskriege erinnert. Damals schüttelte der der von Napoleon unterworfene Teil Europas nach der französischen Niederlage in Russland 1812 mit Hilfe der Russen die französischen Fremdenherrschaft ab. Als einer der Russen dieses Kreuz erblickte, schoss er dem Heiland den Kopf und ein Bein ab. Dabei prallte eine Kugel ab und traf den Soldaten tödlich. Auf einer kleinen Tafel am Boden vor dem Kreuz kann jeder diese Geschichte nachlesen.
Von hier geht der Weg rechts hinauf, bis er auf einen Querweg stößt, ca. 3 Meter links von dieser Stelle steht eines der vielen schönen Hochkreuze in und um Königsfeld. Hier sind noch hohe Kreuze erhalten wie sonst nirgendwo in der Verbandsgemeinde Brohltal. Dieses Kreuz stand in der Königsfelder Flur und wurde bei der Zusammenlegung 1970 umgesetzt.
Auf der kleinen Tafel vor dem Kreuz können wir folgende Geschichte lesen: In der guten alten Zeit, als die Schuhmacher noch von Haus zu Haus gingen, um die Schuhe zu machen, wanderte ein Schuhmacher abends von Dedenbach über Oberdieckelsch nach Hause. Als er auf den Wolfsgraben kam, bemerkte er neben sich ein kleines Hündchen. Der Schuhmacher ging weiter und sah zu seiner Verwunderung, dass das Hündchen immer größer wurde. Es wurde allmählich so groß, dass es ihm davor gruselte. Als der Schuster an die Wegekreuzung des Dedenbacher- Schalkenbacher Weges kam, wurde der Hund bösartig und sprang dem Manne auf den Rücken. In seiner Bedrängnis gelobte der Schuhmacher, der schmerzhaften Mutter Gottes ein kreuz zu errichten, wenn ihn Gott aus dieser Situation erretten würde. Kaum hatte er dieses gelobt, da war der grauenerregende, riesige Hund verschwunden. Der Schuster aber erfüllte sein Versprechen und ließ ein schönes hohes Kreuz mit Kruzifix und einer Pieta Darstellung aufrichten. Ein Basalt-Lava Kreuz mit abgerundeten Kreuzenden, mit großem Kruzifix, darunter die Jahreszahl 1761, anschließend eine Mariendarstellung mit Jesus (Relief) - auf Konsolstein in Kelchform -; hier schließt sich dann die Inschrift an, am Relief noch mit Farbspuren einer früheren Fassung (rotes Gewand der Maria).
Rechts führt der Weg über den Wirtschaftsweg, an dem ein Bildstock steht. Dieser wurde u, 1970 vom Maurer Ludwig Groß gemauert, das Spitzdach besteht aus Basaltplatten. In der Nische ist ein religiöses Bild; Jesus mit dem Kreuz, von der Künstlerin Frau Stermann zu sehen. Das Kulturamt hatte den Bildstock in Auftrag gegeben als Ersatz für einen bogenförmigen Bildstock, der nach der Flurbereinigung mitten im Feld stand und abgerissen wurde. Rechts neben dem Bildstock schuf Anja von Becker eine keramisch gestaltete Bank, welche den Wanderern die Möglichkeit zum Ausruhen bietet. Die Motive auf dem Sockel der Bank erinnern an Tore.

Keramikbank
Von hier aus müssen wir etwa 10 Meter zurücklaufen, danach führt rechts ein Weg nach kurzer Strecke zum Eingang des Basaltsteinbruchs. Versteckt und nur durch eine schmale Treppenschneise erreichen wir die Tafelrunde. Dieses Objekt ist aus Keramik, Basaltlava und Holz im Steinbüschelchen errichtet worden. Ein Ort zum Verweilen, der von der Natur gehütet wird. In der Mitte des Tisches befindet sich ein mühlsteinähnlicher Basaltlavastein von ca. 1,20 Meter Durchmesser und ca. 10 cm Dicke. Die Keramikrandung aus gelbrötlichem Ton ist ca. 35 cm breit, setzt sich davor ab und ist in 12 Teile aufgeteilt. Auf jedem ist ein Teller in Ocker und Schwarz mit Herz - und Augenmotiven abgebildet. Auf jedem dieser Teller erkennt man Herzen - im Baum als Früchte dargestellt, in der Sonne , im Kleeblatt, im Mühlrad, im Schoß der Mutter Erde und im Phallus. Das 35 cm hohe, gleichschenklige Kreuz der Kelten steht unter der Tischplatte und deutet auf die Balance zwischen Himmel und Erde hin; es erinnert an die Themen Liebe, Schicksal und Natur, "Die Spirale des Lebens". Zwölf Hocker, 35 cm hoch, aus schmalen Eichebrettern mit ca. 5 cm dicker Basaltsitzfläche, sind rundherum angesetzt.

Tafelrunde
Beim Weitergehen in den Steinbruch ist vor dem aufgebrochenen Bergkegel eine Tafel zu sehen. Vor 35 Millionen Jahren ist hier Basaltlava aus dem Erdinneren in Gesteinsschichten aus der Unterdevon Zeit (untere Siegener Schichten) eingedrungen. Ob die Basaltlava auch die damalige Landoberfläche erreicht hat, ist heute nicht mehr festzustellen. Häufig kam es aber bei Vulkanen aus dieser Zeit zu einer explosionsartigen Förderung von Lava an die Erdoberfläche. Die aus dem Vulkanschlot ausgeworfenen Lavatropfen und das zertrümmerte Nebengestein fielen als Ascheregen zur Erde. Die nachfolgend aufsteigende Lava drang in den Vulkanbau ein und erstarrte dort. In der Folgezeit sind sowohl die Ascheablagerung als auch das Gestein aus der Unterdevonzeit abgetragen worden, während der härtere Basalt als Kuppe erhalten blieb. Bei der Abkühlung und Erstarrung der Lava entstanden senkrecht zur Abkühlungsfläche regelmäßige Schrumpfrisse, die das Gestein in fünf- oder sechskantige Säulen zerlegten. Die meilerförmige Ausrichtung der Säulen lässt dabei deutlich die Strömungsrichtung der Lava erkennen. In den 50 er Jahren wurde hier Basalt abgebaut. Aus diesem Basalt stammen sehr wahrscheinlich einige der Flurkreuze.
Stehlen erinnern an die Römisch-Gallische Mischkultur
Wenn man den Steinbruch verlässt und dem Weg rechts folgt, ist nach 5 Minuten die 2,95 m hohe dreieckige Gemarkungssäule aus Keramik zu sehen, die auch an die römisch keltischen Kulturen erinnert die hier aneinander grenzten.
Gemarkungssäule
Am Boden sind Ähren dargestellt (die von vielen Besuchern auch als Speere angesehen werden). In der Mitte ist Wasser und oben sind Wolken dargestellt. Außer den drei Elementen sind die drei Wappen mit Beschreibung der drei Orte Königsfeld, Dedenbach und Schalkenbach angebracht. Im Königsfelder Wappen die fünftürmige Burg, ferner das Wappen der Waldbott von Bassenheim (rot und silber sechs mal bzw. 12 fach) geständert. Das Dedenbacher Wappen ist durch die diagonale Darstellung des Dedenbachs von links oben nach rechts unten in zwei Felder aufgeteilt. Im rechten oberen Feld ist ein römisches Wagenrad dargestellt, während man im linken unteren Feld das Vaterlandskreuz findet. Die Landeshoheit über die Gemeinde Schalkenbach übte ehedem die Herrschaft Landskron aus, deshalb deren Wappen in Rot mit einer goldenen Krone. Der Bach im Namen weist auf den zweiten Teil des Ortsnamens hin. Diese Säule wird durch den von der Flurbereinigung angelegten Heckenteil in ihrer Aussagekraft unterstützt.
An den Hecken vorbei kommen wir an die Dedenbacher Hütte "Schau ins Land". Von hier kann man neben dem Genuss einer herrlichen Aussicht die Dedenbacher Eifelabdachung genau verfolgen. Ferner bietet sich dem Wanderer ein Blick auf die Burg Olbrück, den Gänsehals, den Laacher Berg, den Bausenberg, Dedenbach, Königsfeld, das mittlere Vinxtbachtal, den Westerwald mit dem Linzer Krankenhaus, dem Siebengebirge, dem Drachenfels und dem Petersberg. Eine an der Hütte errichtete Panoramazeichnung erläutert wichtige Landschaftselemente. Beim Zurückgehen auf den Weg findet man an den Hecken ein Pestkreuz von 1665, weil die Pesttoten damals nicht im Dorf beerdigt wurden.
Weiter bergauf, dem Weg rechts folgend ist der Blick frei auf das obere Vinxtbachtal bis zur Ramersbacher Höhe. Der zweite Weg rechts führt zu den drei Wachen über Königsfeld, welche die drei Lebensphasen des Menschen symbolisieren.

Drei Wachen über Königsfeld
Von den einheimischen Kulturen behauptete sich mit
großer Zähigkeit bis in die christliche Zeit der Matronendienst, dem die
Soldaten der niederen Klassen besonders ergeben waren. Diese Muttergottheiten
erscheinen auf den zahlreichen Denkmälern zu dreien, mit Haube auf dem Kopf und
Früchtekörben auf dem Schoß. Sie sind Spenderinnen des Segens und des
häuslichen Wohlstandes, der Fülle und Fruchtbarkeit der Äcker. So kann man in
den Stehlen symbolisch drei Frauen erkennen, die Jungfrau, die Mutter und die
Großmutter.
In der Mitte die Jungfrau, die Schale aus Keramik, darunter Kacheln mit heimischen Vogelarten - Specht, Neuntöter, Falke, Star usw. - , darunter Eichenbalken von ca. 1 m Länge, unten Kacheln, auf denen einheimische Insektenarten wie Libelle, Hirschkäfer, Heuschrecke usw. eingezeichnet sind. Der nächste Eichenbalken von ca. 1 m Länge schließt sich an die Kacheln an mit der Darstellung der heimischen Nutz - und Wildtiere Schaf, Kuh, Wildschwein, Fuchs und Reh. Diese Tiere wurden von Michaela Bertram gefertigt, die aus dem Können ihrer Steinmetzausbildung heraus die wundervollen Reliefe handmodelliert hat. Die Stehle rechts daneben erinnert an den Schoß der Mutter Erde, ohne die kein Leben entstehen kann; sie steht auf einem Holzbalken mit reliefartiger Behauung und geschwungenem Keramikfuß. Die dritte Stehle stellt die Großmutter dar. Das Auge in der Sonne symbolisiert das Alter, die Weisheit. die Reife. Der Balken darunter ruht auf einem alten Mühlstein.
Plätze der Besinnlichkeit und der Ruhe
Den Weg weiter abwärts gelangen die Wanderer an den Sitzkreis unter den Eichen. Dieser ist gegenüber des vorhandenen Wegekreuzes in einem Umfang von 3 m Durchmesser und 45 cm Tiefe in die Erde eingelassen. Die 52 großflächigen Keramikteile sind mit Eichblattmotiven geschmückt. Vier Eichen säumen sich um den Erdkreis, die später eine große, weithin sichtbarer Krone bilden. Die Flurbezeichnung trägt den Namen "Auf dem Hutmichel".
Hier in der Nähe wurden römische Scherben gefunden, was eine Besiedlung erahnen lässt. Das vorhandene eisenartige Gestein könnte auf eine Verhüttung der Steine in geringem Maße hinweisen.
An Eifelgoldsträuchern (Ginster) und Bauerngärten geht es zur Wasserstelle, an der die vorhandenen Wasserpflanzen die Feuchtigkeit bzw. das Hervorquellen von Wasser verraten.
Wasserstelle
Dies alles lässt den Wanderer Wasser erahnen, obwohl er es nicht sieht. Hier stehen vier Hocker, 45 cm hoch aus Schalen, Eichenbrettern und einem Keramiksitz mit Motiven. Das erste Motiv zeigt den Baum des Lebens, der von Regentropfen gespeist wird. Das zweite Motiv will uns auf die Liebe hinweisen - die Blüten der Liebe, ein Herz mit drei Blumen. Das dritte Motiv deutet auf ein Mühlrad hin, das vom Wasser betrieben wird. Das vierte Motiv erinnert uns wieder an die Mutter Erde, die Gebärende. Den Anschluss bildet die Sitzgruppe im Tal, ein Rastplatz für Menschen, die in Ortsnähe Ruhe genießen wollen. Die Sitzgruppe mit den geometrischen Figuren und Gegensätzen von Rechteck und Kreis spiegelt ein runder Basalttisch mit dem Loch in der Mitte wieder. Zwei im rechten Winkel gebaute Eichenholz- Keramikbänke laden zum Verweilen ein.

Ruheplatz
Zurück über die L 83 erreichen wir ein Hochkreuz von 2,30 m Höhe, ein Basalt-Lava-Kreuz aus dem Jahre 1786 mit großem Kruzifix; darunter ist eine Muschelnische mit Konsolstein in Kelchformat eingelassen. Der Stifter dieses Kreuzes, der Junggeselle Mattheis Zipp, stiftete der Gemeinde Königsfeld 100 Reichstaler, um damit eine freie Schulde in Königsfeld zu bauen. 1830 wurde seine Stiftung ausgeführt, aus den Steinen der Burg Königsfeld wurde ein Schulhaus errichtet.
Wir folgen den Zeichen der Georoute ins Neubaugebiet. In der Straße im Herrenfeld " neben der RWE Station steht ein Basalt-Lava-Kreuz aus dem Jahre 1732, gestiftet von dem Junggesellen Johannes Dreiser, mit abgerundeten Kreuzenden. Am Kreuz hängt ein großes Kruzifix. Wir gehen nun über den Friedhof, auf dem neben der Leichenhalle das Friedhofskreuz aus Tuff mit ausdrucksvollem Kruzifix steht. Unter dem Kruzifix befindet sich eine Muschelnische mit abgerundeten Kreuzenden (dreifach). Die Höhe des Kreuzes beträgt 2,50 m und die des Sockels ebenfalls 2,50 m. Am Fuße steht geschrieben: "Errichtet zur Ehre Gottes und zum Andenken an die Verstorbenen der Pfarrei Königsfeld den 12. August 1860 Pfarrer Schnorpfeil". Hier stehen noch viele alte Friedhofskreuze aus Basaltlava. Beim Verlassen des Friedhofes erreichen wir unseren Ausgangspunkt, das Bürgerhaus.
Das gesamte Projekt der Vinxtbachtalroute V versteht sich als eine Verknüpfung von Landschaftsplanung, Kunst, angewandter Kunst und Kunsthandwerk. Es bietet dem Naturliebhaber die Gelegenheit, auf einer Wanderung mit dem Thema "Künstlerische Gestaltung" vertraut zu werden. Bei der Ausführung wird das Projekt von verschiedenen Kunsthandwerkern unterstützt (Bildhauer, Steinmetz, Keramiker), ferner durch einen Landschaftsgärtner, eine Jugendarbeiterin, eine Architektin, und Jugendlichen, die in vielen Stunden die 80 cm tiefen Fundamente für die einzelnen Objekte ausgehoben und mit Beton gefüllt haben. Auch wurden entlang der Route von Jugendlichen Bäume gepflanzt.
Geführte Wanderungen sind nach
Absprache möglich.
Weitere Informationen bei
Karl Heinz Kurth Telefon: 02646 271
oder Tourist Information Brohltal,
Kapellenstraße 12, 56651 Niederzissen
Tel.: 02636 194 33