Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde im Jahre 1226 erstmalig erwähnt. Sie war damals eine dreiachsige romanische Pfeilerbasilika mit Holzdecke. Den Abschluss des  ehema­ligen Hauptschiffes bildet im Westen der Turm und im Osten der Alte Chor. Die ursprünglich mit einer flachen Holzdecke versehene dreiachsige roma­nische Kirche wurde 1532 auf einer schlanken Mittelsäule gotisch eingewölbt. Das nördliche Seitenschiff machte 1912 Platz für das jetzige  Haupt­schiff und zwei  Seitenschiffe. Teil des ehemaligen südlichen Seitenschiffes war die Alte Sakristei von 1497, rechts vom Alten Chor, in der heute bedeutende Kunst­werke ausgestellt sind. Unter dem Chor befindet sich seit 1602 die Gruft derer von Bassenheim. 1912 wurde das gotische Hauptschiff angefügt. Hinter der Kirche stehen Steinkreuze aus dem 18. Jahrhundert vom ehemaligen Friedhof.

Der „Alte Chor“ ist der älteste Teil der Pfarrkirche St. Nikolaus und geht auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Im Laufe der langen Geschichte des Alten Chores hinter­ließen mehrere Baustile ihre Handschrift.  Der romanische Unterbau des Al­tars stammt aus dem 13. Jahrhundert. Dem ursprünglichen romanischen Aufbau folgte ein spätgotischer. Der jetzige barocke Aufbau aus dem 17. Jahrhundert zierte einst eine Kapelle der Burg Pyrmont. Unter einem Schwan befindet sich im oberen Teil das Wappen derer von Bassenheim, die auf Burg Pyrmont und in Königsfeld Burgherren waren. Der mittlere Teil ist von einem Kreuzigungsbild und zwei seitlichen Heiligenfiguren geprägt. Die linke stellt den Pfarrpatron der Kirche St. Nikolaus dar. Auf dem Buch befinden sich nicht wie üblich Äpfel sondern Kinder in einem Fass. Gegenüber steht die Statue des Heiligen Maternus, der der Legende nach im vierten Jahrhundert in Königsfeld Rast gemacht haben soll. Ihm ist die Maternuskapelle  am Ortsausgang nach Sinzig gewidmet.

Das gotische Sakramentshaus links ist ein im Bistum Trier einzigartiges Kleinod aus Tuffstein. Es wurde im Jahre 1509 vom damaligen Königsfelder Burgherr Anton Waldbott zu Bassenheim gestiftet anlässlich seiner Hochzeit mit Elisabeth Greiffenklau von Volraths.  Die beiden Ehewappen befinden sich am Fußgesims zu Seiten des schmerzhaften Antlitzes Christi. Die ganze Schönheit des Sakramentshauses ruht auf einem gedrehten Schaft und findet ihre Krönung im turmartigen Aufbau über dem Tabernakel. 2005 wurde die Renovierung des  Sakramentshauses mit einem Anstrich in der ursprünglichen  Farbgebung abgeschlossen.

Unter dem Eingang des Alten Chores befindet sich die Gruft derer von Bassenheim. Sie wurde 1858 und 1992 geöffnet und wieder verschlossen. Die acht dort gefundenen Särge waren zum größten Teil zerfallen. Ein eingemauerter Sandstein trägt die Jahreszahl 1602. Mittlerweile sind Reste einer gotischen Wandmalerei freigelegt worden. Der schlechte Erhaltungszustand erlaubt derzeit noch keine Identifizierung des Dargestellten.

Rechts neben dem alten Chor befindet sich die alte Sakristei, in der kirchengeschichtlich bedeutende Kunstwerke ausgestellt sind. Sehenswertes in der alten Sakristei sind:


Im Glockenturm der Pfarrkirche befindet sich ein Modell der Stadt Königsfeld um 1700. Der Altar im Turm stammt wie auch das Missionskreuz im Hauptschiff aus dem 17. Jahrhundert.  Der zweistufige Barockaltar zeigt in der Mitte ein Rundbogenbild des heiligen Maternus.  Im Aufsatz befindet sich ein ovales Ölbild des böhmischen Heiligen Johannes von Nepomuk.  Es ist das kleinste der noch existierenden drei Ölbilder des Heiligen in der Eifel.